// Das Anliegen

Das Stadtforum versteht sich als Plattform von Leipziger Bürgern und Vereinen, die sich aktiv für einen behutsamen und nachhaltigen Stadtumbau engagieren.

 
Ist Leipzig noch zu retten?

Diese Frage stellte im Dezember 1989 eine Sendung des DDR-Fernsehens. Sie dokumentierte den dramatischen Verfall des einzigartigen Baubestands der Gründerzeit Leipzigs. Inzwischen sind ca. 80 Prozent der über 12.000 Gebäude saniert. Doch die Frage stellt sich heute neu: Noch immer sind 2.500 Häuser baufällig, darunter Baudenkmäler von kulturhistorischem Wert oder stadtprägende Bebauungen. Unter dem Schlagwort „Perforierte Stadt“ betreibt Leipzig den Rückbau. Das Ergebnis: konzeptloser Abriss und die Zerstörung gewachsener städtischer Baustrukturen.

Den Abriss stoppen: Als Plattform von Leipziger Bürgern und Vereinen setzt sich das Stadtforum Leipzig aktiv für einen behutsamen und nachhaltigen Stadtumbau ein. Es wurde im November 2004 gegründet. Fünfzehn Vereine und zahlreiche Einwohner der Stadt unterzeichneten das Grundsatzpapier des Stadtforums Leipzig, um den zentralen Forderungen Nachdruck zu verleihen:

Zukunftsfähige Konzepte entwickeln: Das Ziel des Stadtforums Leipzig ist es, einen konstruktiven Dialog zu führen mit allen, die sich für eine nachhaltige städtebauliche Strategie einsetzen. Die spezifischen, stadtprägenden Merkmale Leipzigs sollen bewahrt werden. Denn sie formen den einzigartigen Charakter der Stadt, ihre Attraktivität und Urbanität. Gleichzeitig wird sich die prognostizierte demographische Entwicklung auch auf dem Leipziger Wohnungsmarkt auswirken. Das Stadtforum Leipzig setzt sich dafür ein, das architektonische Erbe der Stadt als wichtigstes Potenzial für die Zukunft zu erhalten.
Download // Grundsatzpapier des Stadtforums Leipzig
Stadtumbau Ost und die Bürger

Der Stadtumbau wird von betroffenen Bürgern oft als Verlust von Heimat erlebt: Die Leipziger mussten erleben, dass wertvolle, oftmals denkmalgeschützte Bauten abgerissen wurden. Negativprognosen führten zu massiven Abbrüchen in innerststädtischen historischen Quartieren, die heute stark gefragt sind.

Wenn zukunftsfähigen, Identitätsstiftenden Stadtstrukturen die Zerstörung droht, provoziert dies bürgerlichen Widerstand. Mehrere historische Bauten und Wohnensembles konnten durch massiven öffentlichen Druck gerettet werden. Von bürgerschaftlicher Seite wurden nachhaltige Projekte entwickelt, um wertvolle Gebäude zu sichern, Wohnstrukturen in den historischen Quartieren zu verbessern. Schutz und Entwicklung gewachsener Stadtstrukturen muss bei öffentlichen Planungen mehr Gewicht erhalten.

Download // Stadtumbau Ost und die Bürger: Bürgerschaftliche Konzepte und Projekte in Leipzig