// Riebeck-/Stötteritzer Straße
 
Uns ist im Sommer 2012 zu Ohren gekommen, dass sechs Gründerzeithäuser an der Riebeckstraße Ecke Stötteritzer Straße dem Erdboden gleich gemacht werden sollen. Sofort haben wir uns mit dem Dezernat 6 (Bau und Stadtentwicklung) der Stadt Leipzig zusammengesetzt, um mehr über den aktuellen Stand des Abrisses zu erfahren. Das städtische Liegenschaftsamt hat eine Abrissgenehmigung gestellt, doch der Baubürgermeister konnte kurzfristig einen Abrissstopp einleiten. Bis dahin waren alle Gebäude jedoch schon total entkernt, so dass eine spätere Nutzung unter bestehendem Mobiliar nicht mehr möglich ist. Die Gebäude stammen aus den Jahren 1889 und 1900 und bilden eine wichtige, städtebauliche Raumkante.
 
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Geschichte und Zustand
 
An der Riebeckstraße Ecke Stötteritzer Straße stehen 6 Gebäude, die der Stadt Leipzig gehören und von dem zum Wirtschaftsdezernat gehörenden Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig verwaltet werden. Diesem sind sie zur Last geworden und nun sollen sie komplett abgerissen werden. Die Gründerzeithäuser wurden in den Jahren 1889/1900 gebaut und in den letzten Jahren bereits teilsaniert. In allen Gebäuden ist die Standsicherheit nicht gefährdet, lediglich sind Schäden vorhanden. Im Juli 2012 begann eine Abrissfirma mit dem Rückbau von allen Fenstern, Türen, Heizungen, Rohrleitungen, Steckdosen und Lichtschaltern. Die schönen Treppengeländer hatte man jedoch drin gelassen. Die Leute haben hier richtig gut vor gearbeitet, so gut, dass die Gebäude zurzeit nicht als Unterkunft genutzt werden können, da hier fast alles fehlt.
 
Diese Gebäude haben eine hohe städtebauliche Bedeutung als Raumkante einer Straßenkreuzung. Gegenüber stehen sanierte Plattenbauten, die eigentlich abgerissen werden sollten, eine Plattenbauschule und ein Seniorenheim aus den 1950er Jahren.
 
Abrissstop
 
Das „Stadtforum Leipzig“ bemüht sich seit letztem Sommer für den Erhalt dieser Raumkante. Auch das Dezernat für Bau und Stadtentwicklung der Stadt Leipzig, setzte sich intensiv für eine Rettung ein. So konnte zunächst wenigstens ein vorläufiger Abrissstopp erreicht werden. Gemeinsam suchten und suchen wir nach einer Lösung für den Erhalt. Erwogen wurde der Standort für ein neues Asylheim. Für die Initiative HausHalten e.V. erscheint das Objekt zu groß. HausHalten prüft jedoch im Moment, ob es doch möglich ist, hier ein Wächterhaus zu etablieren. Auch mehrere Ateliers und Räume für Künstler könnten hier entstehen. Aber wären da nicht die Fenster und Türen, die schon alle ausgebaut wurden. Noch stehen alle Gründerzeithäuser, aber wie lange, ist nicht klar. Das Liegenschaftsamt selbst orientiert weiter möglichst auf einen Abriss.