// Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal
 
Als im Sommer 2012 der Siegerentwurf für das "Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal" der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, glaubte man seinen Augen nicht. Eine internationale Jury hat die besten drei aus 39 eingereichten Entwürfe ausgewählt. Der erste Platz ist ein bunter Spielkasten, der zweite Platz eine bunte Spirale und der dritte Platz ein kleines Parkareal, dass den meisten Zuspruch der Leipziger erhielt. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass es ein würdiges Denkmal, eine Überarbeitung der drei Siegerentwürfe bzw. ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben wird.
 
Ansprechpartner  
Niels Gormsen // niels.gormsen @ t-online.de
 
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Entwicklung und Wettbewerb
 
Zur Entwicklungsgeschichte und dem Wettbewerb zum Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal können Sie sich auf www.leipzig.de/denkmal informieren.
 
Stellungnahme
 
Das Stadtforum Leipzig hat mit großem Interesse die Ergebnisse des Wettbewerbs für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal verfolgt. Wir forderten in einem Offenen Brief vom 22. August 2012 an den Oberbürgermeister eine Neuaufnahme des Wettbewerbsverfahrens. Erstens sind die bisherigen Siegerentwürfe aus Sicht des Stadt-forums nicht geeignet, der Bedeutung der weltpolitischen Ereignisse des 9. Oktober 1989 in würdiger Form gerecht zu werden. Das neue Denkmal richtet sich weniger an die Leipziger, sondern an ihre nationalen und internationalen Gäste, die mit diesem Datum im Regelfall leider nicht viel anfangen können. Hier die notwendige Aufmerksamkeit zu erzeugen, kann keiner der Siegerentwürfe leisten. Zweitens würde mit ihrer Realisierung zudem ohne Not die Chance vertan, den Wilhelm-Leuschner-Platz in seinen historischen Raumkanten wiederherstellen zu können. Dies ist aber die Voraussetzung dafür, hier zwischen Innenstadt und Zentrum-Süd eine Verbindung mit wirklich urbanem Charakter wiederentstehen zulassen.
 
Den vielen Leipzigern, die sich bisher in großer Zahl, meist negativ, geäußert haben, ist insoweit zuzustimmen, soweit vorgebracht wird, dass die Leipziger Bürger selbst eigentlich kein weiteres Denkmal brauchen, denn sie haben die Friedenssäule, die Nikolaikirche, die Runde Ecke und die vielen Infostelen, die darüber informieren. Aber nach unserer Auffassung wendet sich das neue Denkmal auch gar nicht an die Leipziger, sondern an die vielen nationalen und internationalen Gäste der Stadt, denen der 9. Oktober 1989 und seine weltgeschichtlicher Bedeutung nichts sagen, die ihn vergessen haben, und die daran erinnert werden sollen.
 
Deshalb muss neu nachgedacht werden, dazu etwa mit folgenden, gegebenenfalls zu kombinierenden Alternativen:
 
a) das Wettbewerbsverfahren abschließen und ein Neues ausschreiben mit den oben genannten Zielen;
b) die drei Preisträger auffordern, ihre Entwürfe so weiter zu entwickeln, dass sie den oben genannten Anforderungen genügen;
c) aus den 39 Entwürfen die auswählen, die am ehesten die oben genannten Ziele erreichen und die Einreicher auffordern, ihre Entwürfe entsprechend weiter zu entwickeln;
d) den Wettbewerb um eine Qualifizierungsstufe fortsetzen wie beim Universitäts-Wettbewerb, indem einige Architekten und Künstler hinzu geladen werden.
 
Das Stadtforum bemüht sich auch die Mitglieder der Ratsversammlung davon zu überzeugen, dass das bisherige Wettbewerbsergebnis nicht befriedigt, wenn die Bedeutung des 9. Oktobers 1989 deutlich sichtbar gewürdigt werden soll. Das haben auch die meisten Stimmen aus der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht. Inzwischen liegen entsprechende Stimmen auch aus dem Stadtrat vor.
 
Wir hoffen, dass die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen eine solche Willensäußerung für einen neuen Wettbewerb aus der Leipziger Bevölkerung akzeptieren. Wir gehen aber davon aus, dass dies gerade bei diesem Denkmal für das friedliche Aufbegehren der Leipziger eine Selbstverständlichkeit ist.